Staatliches Gymnasium Holzkirchen
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„Ist das, was du tust, wertvoll?“

„Stell dir vor, du lebst in einer Gesellschaft, in der jede einzelne Entscheidung wertvoll ist!“ Diesem Zukunftsideal widmen sich aktuell neun Schüler*innen der 10. Klassen in einem freiwilligen Projekt zum Wertebewusstsein, welches über den Unterricht hinausreicht.
Die Vision der Gründer des Vereins „10drei“ ist eine Gesellschaft, in der die im Grundgesetz enthaltenen Werte wie Würde, Freiheit und Gleichheit Grundlage der alltäglichen Entscheidungsfindung sind. Der erste Schritt ist die Durchführung des Pilotprojekts an unserer Schule, in welchem die Teilnehmer*innen über mehrere Wochen eigenständig und basierend auf dem Innovationsansatz des Design Thinkings erlebbare Produkte zu den Werten des Grundgesetzes entwickeln. Am Wertetag wurden auch die Schüler*innen der 12. Jahrgangsstufe in Form eines Werte-Workshops und als Testgruppe für die Produktideen eingebunden. Dabei besteht der Mehrwert für die teilnehmenden Schüler*innen nicht nur in der Weiterbildung ihres eigenen Wertebewusstseins, sondern auch in der Schulung berufsqualifizierender Kompetenzen wie kreativen Out of the box-Denkens und projektorientierter Produktentwicklung.

Isabell Ciavarrella und das Team von 10drei e.V.
 

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 Na, weißt du, welcher Grundrechtsartikel sich hinter dem jeweiligen Bild versteckt?
 

 

Was bedeutet für uns „Gleichberechtigung“? Ein Podcast der 10drei-Schüler*innen

Die Ungleichbehandlung von Mann und Frau, die Zuteilung von Menschen in verschiedene Gesellschaftsschichten aufgrund ihrer Hautfarbe oder die Nichtanerkennung von bestimmten Glaubensrichtungen, dies alles sollte in Deutschland nicht mehr vorkommen. 

Der Wert der Gleichberechtigung ist in unserem Grundgesetz als Grundrecht verankert. So beschreibt Artikel drei die Gleichberechtigung aller Menschen vor dem Gesetz und das Verbot der Diskriminierung oder Bevorzugung eines Menschen aufgrund beispielsweise seiner Heimat und Herkunft oder seines Glaubens. Doch ist dieses Gebot auch gesellschaftlich gesichert?

Wir, eine Gruppe von Zehntklässlerinnen, haben im Rahmen des 10drei-Projekts beschlossen, uns mit diesem Artikel näher zu beschäftigen, denn er erscheint uns grundlegend für ein respektvolles und wertschätzendes Zusammenleben in einer Gesellschaft, die jedem Menschen die gleichen Möglichkeiten zugesteht. „Wie sähe unsere Gesellschaft, unser Umgang mit den Mitmenschen, unser Zusammenleben ohne diesen Artikel aus?“ - diese Frage stellten wir uns und überprüften damit die Funktion des Artikels. Unsere Erkenntnis ist, dass der Artikel durch seine Wertaussage nicht nur das Glück jedes einzelnen sichert, sondern auch allgemeinen Frieden und Wohlwollen. Dennoch ist uns aufgefallen, dass wir selbst in unserem Alltag schon Ungleichbehandlung und Diskriminierung erlebt haben, sei es der Lehrer, der einen Schüler bevorzugt, Stereotype, wie dass Jungen nicht mit Puppen spielen dürfen, oder verbale Gewalt.

Wir möchten uns mit einem selbst entwickelten Projekt an Menschen unserer Altersgruppe wenden, um Gleichberechtigung erlebbar zu machen. Durch einen Podcast mit dem Namen „Dreirad Gesellschaft“ soll in mehreren Folgen die Gleichberechtigung und vor allem die damit verbundene Ungleichbehandlung thematisiert werden. Wir möchten Menschen zum Gespräch einladen, die selbst Ungleichbehandlung oder Diskriminierung erfahren haben. Dadurch soll ihnen eine Stimme gegeben werden. Wir wollen nicht nur die Folgen von Vorurteilen zeigen, sondern auch Empathie bei den Hörern wecken und diese zuletzt zu einer Reflexion des eigenen Handelns anregen. Zudem möchten wir unseren Podcast nutzen, um über die Ungleichbehandlung in Deutschland aufzuklären, indem wir uns mit Experten über die Thematik unterhalten.

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Und so sieht der aktuelle Stand unseres Produkts, das sich noch in der Umsetzung befindet, aus: Um unsere Ideen zu verbessern und auszuweiten, baten wir Schüler*innen der Q12 um ihre Meinungen und Anregungen. (Danke dafür!) Ihre konstruktive Kritik und Empfehlungen ermöglichten uns einen Test, der uns zeigte, wie unser Projekt ankommt, und uns half, uns über unsere eigenen Vorstellungen klarer zu werden. Inzwischen haben wir sogar einen Kooperationspartner angesprochen, um in der Umsetzung durch Equipment und professionellen Rat unterstützt zu werden. Das war ein aufregendes und sehr hilfreiches Gespräch (s. Foto). Außerdem werden wir weiterhin von Mitgliedern des 10drei e.V. begleitet und unterstützt. Jetzt freuen wir uns schon sehr auf unser erstes Podcast-Gespräch!

Antonia, Johanna, Johanna, Maja und Serafina (10. Klasse)

 
Wie können wir „Meinungsfreiheit“ erlebbar machen? Ein Kurzfilm der 10drei-Schüler*innen

Unsere Gruppe hat sich zusammengefunden, da wir uns für den Artikel fünf des Grundgesetzes, der Meinungsfreiheit entschieden haben. Die Wertaussage, die hinter diesem Artikel steht, lautet, dass jeder das Recht hat, seine Meinung im Alltag frei sagen zu dürfen. Eng damit verknüpft ist die Freiheit von Presse, Rundfunk und Film. Auch sie haben das Recht, ihre Meinung zu sagen und diese anderen Personen beispielsweise mithilfe eines Films zu veranschaulichen. So darf ein Nachrichtensprecher auch kritisch gegenüber der Regierung oder einem Politiker berichten. 

Für viele Menschen in unserer Gesellschaft scheint es, als seien dieses Grundrecht und sein Wert selbstverständlich. Die Meinungsfreiheit ist aber noch gar nicht so lange in unserem Grundgesetz verankert und auch in vielen anderen Ländern der Welt ist diese leider noch keine Selbstverständlichkeit bzw. wird gar häufig verletzt und bedarf Schutzes. Leider werden bis heute immer wieder Menschen, die sich für die Meinungsfreiheit einsetzen oder sie leben, wie z. B. Journalisten, Politiker oder Demonstranten, bestraft oder gar verhaftet. 

Da wir der Meinung sind, dass es sehr wichtig ist, dass alle Menschen erfahren, wie wichtig der Wert der Meinungsfreiheit in unserem Alltag ist, hat sich unsere Gruppe dafür entschieden, sich im Rahmen des 10drei-Projekts mit diesem Thema näher zu beschäftigen. Es hat eine ganze Weile (und viele Sticker-Sessions wie auf dem Foto) gedauert, bis wir unsere vielen Ideen geordnet und priorisiert sowie an eine konkrete Zielgruppe angepasst hatten. So hatten wir zuerst ein Theaterprojekt angedacht, welches den Wert der freien Meinungsäußerung anschaulich und interaktiv vermitteln und erlebbar machen sollte. Als wir bereits die Grundstruktur hatten, haben wir es einigen 12.-Klässlern unserer Schule vorgestellt. Ihr verhaltenes Feedback hat uns aber klar gemacht, dass wir wahrscheinlich dadurch nicht die gewollte Wirkung erreichen können. Deshalb sind wir auf unsere zweite Idee zurückgekommen, einen kleinen Kurzfilm zu drehen. Der Kurzfilm erzählt die Geschichte eines Mädchens, das Kontakt zu einem Jungen hatte, der am eigenen Leib erlebt hat, wie es ist, wenn man seine Meinung nicht frei sagen kann und dafür beispielsweise beleidigt wird. Daraufhin informiert sie sich über das Thema im Internet und fragt auch ihre Mutter um Rat. Mit dem Kurzfilm wollen wir andere Jugendliche animieren, sich auch mit dem Thema Meinungsfreiheit und allgemein mit den Grundrechten und ihren Wertaussagen zu beschäftigen. 

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Unser Ziel ist es, dass unser Kurzfilm in der Schule zum Einsatz kommt und zum Beispiel im Fach Sozialkunde als Einstieg zum Thema Meinungsfreiheit oder Grundrechte gezeigt wird, damit die Schüler*innen einen ersten Überblick über diesen Artikel bekommen. Neben der Sensibilisierung für das Thema und der Anregung zum Nachdenken wäre auch denkbar, dass die Klasse dann selbst kleine Videos zu anderen Artikeln und ihren Wertaussagen dreht …

David, Jana, Lea und Maxime (10. Klasse)

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