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Staatliches Gymnasium Holzkirchen
Jörg-Hube-Str. 4, 83607 Holzkirchen
Tel: 08024 - 30326-0, Fax: 08024 - 30326-99

Vorbemerkung

Unser Notenkonzept fußt auf zwei Prinzipien. Sämtliche nicht direkt aus der aktuellen unterrichtlichen Situation erwachsende erhobene Leistungen sind entweder angekündigt oder aber freiwillig. Anders formuliert wird auf unangekündigte, nicht freiwillige Leistungserhebungen, insbesondere auf Stegreifaufgaben und zufällige Abfragen zu Stundenbeginn, verzichtet.

Die Erhebung von Unterrichtsbeitragsnoten ist von der Forderung auf Freiwilligkeit nicht betroffen.

 

Zielsetzungen des Notenkonzepts 

Mit unserem Notenkonzept sind zwei zentrale Zielsetzungen, der Abbau von Schulstress sowie die Steigerung der Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler für ihren eigenen Lernprozess, verbunden.

Die grundsätzliche Möglichkeit, in jeder Schulstunde zu einer Leistungsabgabe veranlasst werden zu können, die einer häusliche Vorbereitung bedarf, wird als eine zentrale Ursache für entstehenden Schulstress bei Schülerinnen und Schülern angesehen. Die gängige Praxis der Durchführung von Stegreifaufgaben und nicht freiwilligen Abfragen zu Unterrichtsbeginn spielen hierbei eine zentrale Rolle. Die hinter der Praxis der Abhaltung von Stegreifaufgaben und erzwungenen Abfragen liegende Vorstellung eines zu jeder Zeit perfekt vorbereiteten Schülers ist nach unseren Erfahrungen bei den meisten Schülerinnen und Schülern nur durch permanente Überforderung zu erreichen, wenn überhaupt. Dieser Überforderungssituation, die die Lebenswirklichkeit nicht nur der Schülerinnen und Schüler, sondern auch ihrer Eltern negativ beeinflusst, soll entgegengewirkt werden.

Dem Einwand, dass Schülerinnen und Schüler „nichts lernen“, wenn sie nicht andauernd Gefahr laufen, unvorbereitet erwischt zu werden, wird entschieden widersprochen. Dies entspricht weder den Erfahrungen unserer Lehrkräfte noch deren Menschenbild.

Auf angekündigte Leistungserhebungen, die sinnvoll auf das Schuljahr verteilt werden, können sich Schülerinnen und Schüler ebenso einstellen, wie die Lehrkräfte, die für die Verteilung verantwortlich sind. Intensive Kommunikation der Lehrkräfte vermeidet die Ballung von Leistungserhebungen, entzerrt und entschleunigt das Schuljahr.

Die zweite Zielsetzung, die mit unserem Notenkonzept verbunden ist, richtet den Fokus auf eine Steigerung der Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler für den eigenen Lernprozess. Der Verzicht auf die unangekündigte Einforderung von Leistungen wird begleitet von einem Angebot der Einbringung freiwilliger Unterrichtsbeiträge. Der jeweiligen Jahrgangsstufe entsprechend sind hier z.B. Stundenprotokolle, vorgeführte Experimente, Veranstaltung von fachspezifischen Wettbewerben, Präsentationen von ergänzenden Lerninhalten u.Ä. zu nennen. Zeitpunkt, Umfang und Art der eingebrachten Leistungen liegt in Absprache mit der Lehrkraft in der Eigenverantwortlichkeit jeder einzelnen Schülerin, jedes einzelnen Schülers. So können unsere Schülerinnen und Schüler selbst dazu beitragen, Interessensschwerpunkte zu setzen und Prüfungssituationen zeitlich abzustimmen. Selbstverständlich werden die Schülerinnen und Schüler ihrer Altersstufe entsprechend aufmerksam in ihrer neuen Verantwortlichkeit begleitet und unterstützt.

Der Abbau von Schulstress und die Steigerung der Eigenverantwortlichkeit von Schülerinnen und Schülern für den eigenen Lernprozess sind die wichtigsten Zielsetzungen des Notenkonzepts des Gymnasiums Holzkirchen. Selbstverständlich sind die Lehrkräfte, die sich für die Umsetzung dieses Konzepts entschieden haben, aber nicht so blauäugig zu glauben, dass sich Unterrichtsertrag und Lernleistung allein auf der Grundlage der Freiwilligkeit auf Seiten der Schülerinnen und Schülern erreichen lassen. Zudem gibt es die Vorgaben der Gymnasialen Schulordnung, in deren Rahmen sich auch die Leistungserhebung unseres Gymnasiums zu bewegen hat. Angekündigte Leistungserhebungen wie Schulaufgaben und Leistungstests spielen daher bei der Erstellung des Notenbilds neben der Bewertung der in einer Stunde aktuell gelieferten Unterrichtsbeiträge eine zentrale Rolle.

Der Unterricht aller Fächer ist an unserer Schule grundsätzlich in Doppelstunden organisiert. Damit sind folgende Zielsetzungen verbunden:

Zum einen reduziert sich für die Schülerinnen und Schüler die Zahl an einem Schultag vorzubereitender Fächer. Gerade in Verbindung mit der im Rahmen unseres Notenkonzepts geforderten Eigenverantwortlichkeit, also der Einbringung freiwilliger Leistungen, wird so eine solide Vorbereitung auf die anstehenden Unterrichtsinhalte erleichtert. Auch wenn eine Verringerung des Umfangs der häuslichen Vorbereitung damit ausdrücklich nicht intendiert ist, da diese nach unserer Auffassung einen integralen Beitrag zum Unterrichtserfolg leistet, die Organisation dieser Vorbereitung wird in jedem Fall entzerrt. Zudem werden die Schülerinnen und Schüler an die Notwendigkeit längerfristiger Organisationsstrukturen, bei Nichtkernfächern in der Regel von Wochenfrist, herangeführt.

Zum anderen schafft erst die mit diesem Prinzip verbundene Entschleunigung des Unterrichtsgeschehens den organisatorischen Rahmen für schülerzentrierte Unterrichtsformen wie Partner- oder Gruppenarbeiten und ist damit auch die Grundlage jeder Form notwendiger und höchst wünschenswerter Binnendifferenzierung, etwa in Form von Wochenplanarbeiten sowie der individuellen Betreuung von Lernsituationen durch die Lehrkräfte. Evident ist hier auch die gegenseitige Verstärkung von Doppelstundenprinzip und Notenkonzept, wenn es um die Steigerung der Eigenverantwortlichkeit von Schülerinnen und Schülern für den eigenen Lernprozess geht.

Das Lehrerraumprinzip, also die räumliche Organisation in Lehrkräften, nicht Klassen zugeordneten Räumen schließlich rundet die pädagogisch-didaktische Gesamtkonzeption des Gymnasiums Holzkirchen ab. Es stellt sicher, dass alle für die Binnendifferenzierung sowie die Wochenplanarbeiten notwendigen Materialien sowie weitere Hilfsmittel wie etwa Wörterbücher, Atlanten in Geschichte und Erdkunde, Bibeln, weitere Fachbücher und Ähnliches vor Ort zur Verfügung stehen, griffbereit und in ausreichender Menge, um flexibel auf den aktuellen und, das ist eine logische Folge tatsächlicher Eigenverantwortlichkeit und Differenzierung, eben nicht immer vorab plan- und vorhersehbaren Bedarf von Schülerseite reagieren zu können. Die Befürchtung, dass sich der häufige Raumwechsel für unsere Schülerinnen und Schülern zu einem emotionalen und auch organisatorischen Problem entwickeln könnte, ist nicht eingetreten. Die Schulleitung ist allerdings mit den übrigen Verantwortlichen bemüht, Verstaumöglichkeiten für Schulränzen in den Pausenzeiten einzurichten.

Das Vertretungsstundenkonzept des Gymnasiums Holzkirchen zielt auf eine vollständige wie pädagogisch und didaktisch sinnvolle Vertretung ausfallenden Regelunterrichts und baut auf dem pädagogischen Gesamtkonzept unserer Schule auf.

Grundsätzlich wird jede ansonsten ausfallende Unterrichtsstunde am Vormittag vertreten. Dabei werden nach Möglichkeit entweder Fachlehrer eingesetzt, die von dem von ihnen zu vertretenden Kollegen mit Arbeitsmaterialien versorgt werden, bzw. Lehrerinnen und Lehrer, die selbst in der betroffenen Klasse unterrichten.

Als Folge der an unserer Schule ganz überwiegend schülerzentrierten und binnendifferenzierenden Unterrichtsformen sind viele Schülerinnen und Schüler im Hintergrund zudem häufig bereits mit der Erledigung von Wochenplanarbeiten beschäftigt, die in Vertretungssituationen problemlos fortgeführt werden können.

Um ein sinnvolles Arbeiten auch in allen übrigen, nicht bereits durch die oben genannten Mechanismen vorentlasteten Fällen zu 100 Prozent zu gewährleisten, wird das kommende Schuljahr schließlich in mehrere Perioden eingeteilt. Für die konzeptionelle Struktur sowie die Erstellung und Bereitstellung geeigneter begleitender Materialien dieser mehrwöchigen Phasen zeichnet pro Periode jeweils eine Fachschaft verantwortlich. Hier greift unser Vertretungsstundenkonzept auf unser Ziel der Stärkung der Eigenverantwortlichkeit von Schülerinnen und Schüler für ihren Lernprozess wiederum zurück und unterstützt dieses nachhaltig.

Unser Lehrerraumprinzip erleichtert zudem den damit verbundenen organisatorischen Aufwand entscheidend. Der Raum des zu vertretenden Lehrers ist ja in jeder Vertretungssituation frei, alle notwendigen und den Lernprozess begleitenden Materialien stehen den Schülerinnen und Schülern wie gewohnt zur Verfügung.

Die Fachschaft Geographie wird diesen finalen Pfeiler unseres Vertretungsstundenkonzepts für alle Jahrgangstufen und Klassen für die Periode zwischen Schulbeginn und Herbstferien realisieren. Weitere Regelungen erfolgen in Absprache mit den Fachschaften.

Die vor allem für die Binnendifferenzierung bedeutsamen Intensivierungsstunden werden in den Jahrgangsstufen 5 bis 8 in Absprache zwischen Schulleitung und Fachschaften auf die Kernfächer verteilt. Die Intensivierungsstunden finden in der Regel einstündig in Kleingruppen (geteilte Klassen) statt. Nach Möglichkeit unterrichtet der Kernfachlehrer beide Intensivierungsgruppen.

Intensivierungsstunden

Für die Jahrgangsstufe 9 sind keine verpflichtenden Intensivierungsstunden eingerichtet. Vor dem Hintergrund der individuellen Förderung wird im Gegensatz dazu ein freiwilliges Angebot den Schülerinnen und Schülern unterbreitet. Dieses klassenübergreifende Angebot umfasst die Kernfächer Englisch, Latein, Französisch und Mathematik.

Die Schülerinnen und Schüler können – müssen aber nicht – nach individuellen Bedürfnissen maximal zwei Fächer wählen. Dabei besteht die Möglichkeit, einen Grundlagenkurs zum Wiederholen und Festigen von Grundwissen oder einen Pluskurs für weiterführende und tiefer gehende Inhalte zu wählen. Hier eröffnet sich auch die Möglichkeit der Vorbereitung auf spezielle Wettbewerbe wie etwa die Mathematik-Olympiade, den Bundeswettbewerb Jugend debattiert oder den Bundeswettbewerb Fremdsprachen.

In Vorbereitung auf die Qualifikationsstufe werden in der 10. Jahrgangsstufe die Fächer Mathematik und Deutsch intensiviert, da alle Schülerinnen und Schüler in diesen Fächern eine schriftliche Abiturprüfung ablegen.

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